Sessel Nr. 14

Michael Thonet und Söhne

Entwurf: 1859/60
Produktion: 1865 bis heute
Hersteller: Gebrüder Thonet, Wien
Maße: H 92,5 B 42 T 50 Sh 46,5 cm
Material: gebogenes Buchenholz

Der Vierzehner gehört weltweit zu den erfolgreichsten Produkten in der Geschichte industrieller Massenfertigung. Er begründete den Weltruhm der Fa. Thonet. Bereits 1930 waren mehr als 50 Millionen Exemplare davon verkauft. 1930 kostete er 8,50 Mark und war das preiswerteste Modell innerhalb der Thonet-Kollektion. Er ist bis heute in modifizierter Form in Produktion. Ab 1830 begann Michael Thonet das Experiment, schichtverleimtes Holz zu formen. Er kochte Holzstreifen in Leim und bog sie in vorbereitete Eisenformen. Thonet gilt als Begründer der industriellen Bugholztechnik und präsentierte ca. 1836 seinen ersten Stuhl aus schichtverleimtem Holz. Rationelle Fertigungsmethoden und Reduzierung der Einzelteile eines Stuhles, schließlich der Aufbau eines eigenen Vertriebssystems  durch Verkaufsniederlassungen in allen großen Städten der Welt, ließen Thonet zu einem internationalen Konzern anwachsen. Der weltweite Verkauf der schicht- und stabverleimten  Holzmöbel auch in tropische und subtropische Länder mit hoher Luftfeuchtigkeit führte zu einer Flut von Reklamationen, da sich der Leim löste. Unter diesem Druck entwickelte Michael Thonet ein Verfahren, massives Holz unter Dampf zu biegen und die verleimten Zapfenverbindungen durch Schrauben zu ersetzen. Das Modell Nr. 14 war das erste Resultat dieser neuen Bugholz-Technik, ab etwa 1865 wurde die gesamte Produktion umgestellt. Aufgrund der Schraubverbindungen war es nun möglich, die Stühle in ihren Einzelteilen zu versenden und erst am Bestimmungsort zu montieren. In einer Kiste mit einem Volumen von einem Kubikmeter ließen sich 36 zerlegte Stühle Nr. 14 transportieren. Da die Verbindungen wieder nachgezogen werden konnten, erhöhte sich zusätzlich die Lebensdauer. PD

Designer:
Michael Thonet und Söhne

Thonet und Söhne Sessel Nr. 14