Eine Ausstellung des Vitra Design Museums
in Zusammenarbeit mit dem Nederlands Architectuur Institut und dem Royal Institute of British Architects


Gastkuratoren: Stanislaus von Moos, Arthur Rüegg
Kurator Vitra Design Museum: Mateo Kries

Bis heute nimmt das Werk von Le Corbusier (1887 - 1965) eine zentrale Stellung im Diskurs über Architektur und Urbanismus ein. Dennoch hat keine Ausstellung seit 1987 die vielen Aspekte in Le Corbusiers Schaffen aufgezeigt, die dessen ungebrochene Aktualität ausmachen. Deshalb haben sich das Vitra Design Museum, das Nederlands Architectuur Institut und das Royal Institute of British Architects zusammengeschlossen und eine umfassende Retrospektive organisiert.

Ziel der Ausstellung ist einerseits eine ausdrücklich zeitgenössische Sicht auf Le Corbusier, die jüngste Forschungsergebnisse einbezieht und auch kritische Aspekte nicht ausklammert. Andererseits soll die Ausstellung auch als Einführung in das Werk des Architekten gelesen werden können - insbesondere von jüngeren Generationen, für die Le Corbusier bereits Teil der Geschichte des 20. Jahrhunderts ist.

Die Ausstellung liefert eine historische Übersicht von Le Corbusiers Werk, beginnend mit seinen ersten Bauten in seiner Schweizer Heimatstadt La Chaux-de-Fonds über die "weißen Villen" der Zwanziger Jahre - wie etwa die Villa Savoye (1928-31) - bis hin zu seinem monumentalen Spätwerk, für das die Kapelle in Ronchamp (1950-55) sowie die Bauten im indischen Chandigarh (1952-64) die bekanntesten Beispiele sind. Doch die Interpretation innerhalb der Ausstellung geht über eine chronologische Entwicklung und die schiere Anzahl von Bauten hinaus.

Aufgeteilt in die drei relativ unabhängigen Bereiche "Contexts","Privacy and Publicity" sowie "Built Art", greift die Schau jene Leitthemen heraus, die sich durch Le Corbusiers Werk ziehen und für dessen Verständnis wichtige Ansätze liefern.
Dazu zählen Le Corbusiers Interesse am Mediterranen und dem Orient, seine Hinwendung zu organischen Formen in den Dreißiger Jahren, aber auch seine Interesse an neuen Technologien und Medien. Erst die Zusammenschau dieser und anderer Aspekte ermöglicht das ganzheitliche Verständnis eines Oeuvres, dessen Schlüsselidee die "Synthese der Künste" war, welche sich in dem typisch corbusianischen Zusammenspiel von Architektur, Städtebau, Malerei, Design, Film und anderen Disziplinen manifestiert.

Den Kern der Ausstellung bildet eine Auswahl von Exponaten aus der Fondation Le Corbusier in Paris, darunter 20 Originalgemälde, 8 Skulpturen, zahlreiche Originalmöbel, 80 Originalzeichnungen und -pläne, etwa 50 Erstausgaben von Le Corbusiers Büchern sowie über 70 Kleinobjekte aus der privaten Sammlung des Architekten, die ihm als Inspiration, Vorlage und Demonstrationsobjekte dienten. Ergänzt wird diese Auswahl um Raritäten aus europäischen und amerikanischen Sammlungen.

Le Corbusiers wichtigste Bauten werden sowohl mit Original- als auch mit eigens neu gefertigten Architekturmodellen veranschaulicht, während mehrere Installationen auf Grundlage historischer Interieurs seine Raumkonzeptionen erlebbar machen. Unter den Höhepunkten der Ausstellung sind ein monumentales Wandbild aus Le Corbusiers eigenem Büro in der Pariser Rue de Sèvres, ein begehbares Modell des Philips-Pavillons (1958), das die Nähe dieses Projekts zur heutigen computergenerierten Architektur zeigt, von Le Corbusier in Arcachon und Rio de Janeiro selbst gedrehtes Filmmaterial, sowie die Rekonstruktion des historischen Modells des "Plan Voisin" (1925), dem utopischen Masterplan für Paris, der Le Corbusiers Ruf als einer der radikalsten Vordenker seiner Zeit begründete.

Mit dieser Vielfalt unterschiedlichster Ausstellungsmedien zeigt die Ausstellung die prägenden Faktoren für die Entstehung von Le Corbusiers Projekten, indem sie historische Vorbilder benennt und ihre technischen, formalen und philosophischen Hintergründe offen legt. Dass dabei auch die wechselseitige Beeinflussung mit zahlreichen Zeitgenossen berücksichtigt werden muss, zeigen in der Ausstellung ergänzende Exponate wie Originalmöbel von Charlotte Perriand und Jean Prouvé sowie Gemälde von Robert Delaunay, Fernand Léger, Georges Braque, André Bauchant.

Alle Bilder: © FLC / VG Bild-Kunst, Bonn, 2007

Ausstellungstournee

  • 09.07.2009 - 05.10.2009, Martin-Gropius-Bau, Berlin
  • 19.02.2009 - 24.05.2009, Barbican Art Gallery, presented in partnership with the RIBA, London
  • 03.10.2008 - 18.01.2009, RIBA, The Crypt, Metropolitan Cathedral of the King, Liverpool
  • 15.05.2008 - 15.08.2008, Museu Berardo, Lissabon
  • 29.09.2007 - 10.02.2008, Vitra Design Museum, Weil am Rhein
  • 26.05.2007 - 02.09.2007, Netherlands Architecture Institute, Rotterdam