wie Werner Aisslinger oder Vogt+Weizenegger, deren Entwürfe technische und ästhetische Innovationen verbinden und international bekannt wurden.
Als Architekturbeispiele präsentiert "Design Berlin!" kompromisslose und zukunftsorientierte Projekte von Architekten wie Grüntuch/Ernst,
Hoyer & Schindele, abcarius burns, HamannPottArchitekten und anderen, zu denen futuristische Dachausbauten ebenso wie schwimmende Häuser für
die Spree zählen. Sie zeigen, daß viele der innovativsten Architekturprojekte der letzten Jahre abseits der Berliner Großprojekte zu finden
sind, und dass Berlin gerade dank dieser Bauten den internationalen Vergleich der Architekturmetropolen nicht zu scheuen braucht.
Die für Berlin typischsten Projekte entstehen im Grenzbereich zwischen Architektur und Design, zwischen Realität und Utopie - wenn sich Gestalter
aus den verschiedensten Disziplinen mit den für Berlin typischen Industriebrachen, Mauerstreifen, Baustellen und Wohnsituationen auseinandersetzen. Dabei
kommen sie zu radikalen oder auch humorvollen Lösungen, wie zum Beispiel einer Tarnfassade für das noch nicht gebaute Stadtschloss und andere ungeliebte
Bauten (RedesignDeutschland), einem Sommerbad im Kupfergraben, einem Balkon zum Selberbauen (realities united) oder zu mit DDR-Mobilar ausgestatteten legendären
Clubs und Bars (Fred Rubin).
All diese Projekte zusammen ergeben eine lebendige und umfassende Bestandsaufnahme von Berlins Kreativszene im zweiten Jahrzehnt nach dem Mauerfall. Dabei sind es
gerade die unkonventionellen und provokanten Projekte mit ihren Wurzeln in Berlins Subkultur und Clubszene, die die Stadt heute zu einem der weltweit vitalsten und
interessantesten Orte für Designer und Architekten machen - ob als feste Arbeitsstätte, auf Inspirationsreise oder für den Besucher der Ausstellung "Design Berlin!".