Entwürfe mit architekturtheoretischer Dimension
Die unterschiedlichen Entwürfe für den Ground Zero spiegeln die spontane Auseinandersetzung der
eingeladenen Architekten mit der außergewöhnlichen Aufgabe wider und sind nicht als konkrete
Planungen für das freie Grundstück zu verstehen. Diese Ausgangslage ermöglichte den
teilnehmenden Architekten die Entwicklung von ernsthaften, innovativen und phantasievollen Ansätzen
zur architektonischen Neugestaltung des Ortes und führte zu grundsätzlichen Überlegungen
im Bereich der aktuellen Architekturtheorie. Nicht nur das Gedenken an den Anschlag sowie die Planung für
eine zukünftige kommerzielle Nutzung sondern auch die Suche nach neuen Formen und Inhalten für den
komplexen Ort kennzeichnen die präsentierten Arbeiten. Die provisorisch gestaltete Ausstellung, die in
den USA und in Europa bereits große Aufmerksamkeit in Medien und Öffentlichkeit auf sich zog, ist
somit gleichwohl Ideensammlung für die Neugestaltung von Lower Manhattan als auch Labor in aktuellen Fragen der Architektur.
Lösungsansätze
So setzen sich sowohl Zaha Hadid und Daniel Libeskind als auch das Büro NOX und die jungen Architekten
von Foreign Office Architects mir dem Typus des Hochhauses auseinander und entwerfen Gebäude, die den
neuen organisatorischen Strukturen der heutigen Arbeitswelt ihrer Meinung nach besser gerecht werden. Andere
wie z.B. der deutsche Architekt Frei Otto lehnen eine kommerzielle Nutzung ab und sehen für den Platz ein
großes Mahnmal vor, welches die symbolische Bedeutung des Orts besonders für die Familien der Opfer
berücksichtigt. Wieder andere versuchen durch die Rekonstruktion von kleinstädtischen Strukturen in
Downtown Manhattan der durch den Anschlag in Frage gestellten Entwicklung der Stadt in der Vertikalen entgegenzuwirken.
So stellt der amerikanische Architekt Michael Graves den Besuchern der Ausstellung einen historischen Stadtplan der
Gegend vor, und Hans Hollein plädiert mit einer Zeichnung von 1963 für verbindende Elemente zwischen den
bestehenden Hochhäusern.
Ein Entwurf, der als Computeranimation ebenso in der Ausstellung "A New World Trade Center" präsentiert
wird, wurde bereits realisiert: Am 11. März, also sechs Monate nach dem Anschlag auf die Twin Towers, stellten
die zwei Lichtsäulen der Gruppe um John Bennett die Illusion der unversehrten Skyline von Manhatten für kurze Zeit wieder her.
Ausstellungstournee
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25.02.2003 - 06.04.2003,
Deutsches Architektur Museum, Frankfurt
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21.11.2002 - 08.02.2003,
The Cube Gallery, Manchester
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07.09.2002 - 03.11.2002,
Biennale di Venezia, Venedig
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06.04.2002 - 10.06.2002,
National Building Museum, Washington
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17.01.2002 - 16.02.2002,
Max Protetch Gallery, New York