Eine Ausstellung der Max Protetch Gallery, New York

Die europäische Tour wird vom Vitra Design Museum organisiert

Kurz nach dem Anschlag auf das World Trade Center am 11. September 2001 forderte der renommierte New Yorker Galerist Max Protetch internationale Architekten auf, städteplanerische und architektonische Ideen für den Ground Zero in Downtown Manhattan zu entwickeln. Fast alle der eingeladenen international anerkannten Architekten sowie der jungen aufstrebenden Talente reichten ihre Arbeiten für das spontan initiierte Ausstellungsprojekt "A New World Trade Center - Design Proposals" ein. Die am 17. Januar in New York eröffnete und von großem öffentlichen Interesse begleitete Ausstellung stellt anhand von Zeichnungen Skizzen, Modellen, Animationen, Fotos und Texten die Visionen der 60 vertretenen Architekten für den Ground Zero in Downtown Manhattan zur Diskussion. Zu ihnen gehören Zaha Hadid, Daniel Libeskind, Shigeru Ban, Hans Hollein, Coop Himmelblau, Frei Otto, Steven Holl, Michael Graves u.a.

A New World Trade Center - Design Proposals

Entwürfe mit architekturtheoretischer Dimension

Die unterschiedlichen Entwürfe für den Ground Zero spiegeln die spontane Auseinandersetzung der eingeladenen Architekten mit der außergewöhnlichen Aufgabe wider und sind nicht als konkrete Planungen für das freie Grundstück zu verstehen. Diese Ausgangslage ermöglichte den teilnehmenden Architekten die Entwicklung von ernsthaften, innovativen und phantasievollen Ansätzen zur architektonischen Neugestaltung des Ortes und führte zu grundsätzlichen Überlegungen im Bereich der aktuellen Architekturtheorie. Nicht nur das Gedenken an den Anschlag sowie die Planung für eine zukünftige kommerzielle Nutzung sondern auch die Suche nach neuen Formen und Inhalten für den komplexen Ort kennzeichnen die präsentierten Arbeiten. Die provisorisch gestaltete Ausstellung, die in den USA und in Europa bereits große Aufmerksamkeit in Medien und Öffentlichkeit auf sich zog, ist somit gleichwohl Ideensammlung für die Neugestaltung von Lower Manhattan als auch Labor in aktuellen Fragen der Architektur.

Lösungsansätze

So setzen sich sowohl Zaha Hadid und Daniel Libeskind als auch das Büro NOX und die jungen Architekten von Foreign Office Architects mir dem Typus des Hochhauses auseinander und entwerfen Gebäude, die den neuen organisatorischen Strukturen der heutigen Arbeitswelt ihrer Meinung nach besser gerecht werden. Andere wie z.B. der deutsche Architekt Frei Otto lehnen eine kommerzielle Nutzung ab und sehen für den Platz ein großes Mahnmal vor, welches die symbolische Bedeutung des Orts besonders für die Familien der Opfer berücksichtigt. Wieder andere versuchen durch die Rekonstruktion von kleinstädtischen Strukturen in Downtown Manhattan der durch den Anschlag in Frage gestellten Entwicklung der Stadt in der Vertikalen entgegenzuwirken. So stellt der amerikanische Architekt Michael Graves den Besuchern der Ausstellung einen historischen Stadtplan der Gegend vor, und Hans Hollein plädiert mit einer Zeichnung von 1963 für verbindende Elemente zwischen den bestehenden Hochhäusern.

Ein Entwurf, der als Computeranimation ebenso in der Ausstellung "A New World Trade Center" präsentiert wird, wurde bereits realisiert: Am 11. März, also sechs Monate nach dem Anschlag auf die Twin Towers, stellten die zwei Lichtsäulen der Gruppe um John Bennett die Illusion der unversehrten Skyline von Manhatten für kurze Zeit wieder her.

Ausstellungstournee

  • 25.02.2003 - 06.04.2003, Deutsches Architektur Museum, Frankfurt
  • 21.11.2002 - 08.02.2003, The Cube Gallery, Manchester
  • 07.09.2002 - 03.11.2002, Biennale di Venezia, Venedig
  • 06.04.2002 - 10.06.2002, National Building Museum, Washington
  • 17.01.2002 - 16.02.2002, Max Protetch Gallery, New York