Auch wenn es in der Region Basel an bedeutenden zeitgenössischen Bauten wahrlich nicht mangelt:
der größte Publikumsmagnet und der Ort mit der weitesten internationalen Ausstrahlung ist
seit einigen Jahren das Werksgelände der Firma Vitra in Weil am Rhein. Das liegt nicht allein
an so illustren Architekten wie Frank Gehry, Tadao Ando, Zaha Hadid, Nicholas Grimshaw, Alvaro Siza und Herzog & de Meuron,
die hier auf Einladung von Firmen-Chef Rolf Fehlbaum jeweils bedeutende Entwürfe realisierten.
Es liegt vor allem an der einzigartigen Dichte und Qualität der hier auf kleinem Raum versammelten
Bauten. Kein Wunder, dass sich das Firmenareal in den letzten eineinhalb Jahrzehnten zu einem Mekka von
Architekturliebhabern aus der ganzen Welt entwickelt hat. Dem grossen öffentlichen Interesse an den
Bauten auf dem Vitra Firmengelände entspricht das Vitra Design Museum durch regelmässig und in
vielen Sprachen angebotene Architekturführungen.
Ausgangspunkt der Führung ist Gehrys skulptural-expressionistischer, 1989 fertiggestellter
Museumsbau - das erste in Europa realisierte Gebäude des kalifornischen Architekten. Auch der
Konferenz-Pavillon des Japaners Tadao Ando war eine Europa-Premiere. Der introvertierte Bau überzeugt
durch seine formale Strenge und die Reduktion auf wenige Materialien. Neben Museum und Konferenzpavillon
gehört die Firestation der Londoner Architektin Zaha Hadid zu den Höhepunkten der Führung.
Das erste realisierte Werk der heute auf der ganzen Welt mit prestigeträchtigen Großaufträgen
betrauten Meisterin zählt längst zu den Ikonen der dekonstruktivistischen Architektur.
Einen vorläufigen Schlussstein in der baulichen Entwicklung des Areals setzte der portugiesische
Architekt Alvaro Siza mit einer puristisch anmutenden, ziegelsteinverkleideten Fabrikationshalle, die er
durch eine brückenartige Dachkonstruktion mit der benachbarten Halle verband.
In den vergangenen Jahren wurde der Vitra Campus in Weil um weitere baugeschichtliche Kostbarkeiten bereichert:
eine kuppelförmige Zeltkonstruktion des amerikanischen Architektur-Visionärs Richard Buckminster Fuller und ein
demontierbares Tankstellen-Häuschen des französischen Konstrukteurs Jean Prouvé, die ebenfalls im Rahmen der
Architekturführung erläutert werden. Seit Februar 2010 werden die Gäste des Vitra Campus im VitraHaus empfangen,
das von den Basler Architekten Herzog & de Meuron entworfen worden ist.
