Talks

Jurgen Bey: The Making of Droog Design
TALK (EN)
Donnerstag, 30. April 2026
18:30 Uhr, Vitra Schaudepot


Bereits 1993 präsentierte Droog Design zum ersten Mal Entwürfe auf dem Salone del Mobile in Mailand – und wurde über Nacht zur Sensation. Was als bescheidene Schau mit Arbeiten völlig unbekannter niederländischer DesignerInnen begann, entwickelte sich zu einer internationalen Bewegung und etablierte Dutch Design fest auf der Weltkarte. »Droog« bedeutet auf Niederländisch »trocken«, und das passt genau auf die einfachen und doch witzigen Entwürfe des Designkollektivs. Dabei geht die innovative Verwendung alltäglicher Materialien mit einer unverbrüchlich bodenständigen Haltung einher.

Hella Jongerius gehörte von Beginn ihrer Karriere an zu den prägenden DesignerInnen von Droog. In diesem Kontext entwickelte sie in den 1990er Jahren ihre charakteristische Herangehensweise, die Industrie und Handwerk verbindet und traditionelle Grenzen hinterfragt. Arbeiten wie der Pushed Washtub (1996), bei dem sie die Möglichkeiten weicher, dicker und zugleich starker Materialien auslotete, entstanden in dieser Zeit und sind in der aktuellen Ausstellung »Hella Jongerius: Whispering Things« zu sehen.

Jurgen Bey (Jahrgang 1965) ist einer der renommiertesten Designer der Niederlande. Er studierte an der Design Academy Eindhoven und erlangte frühen Ruhm durch seine Zusammenarbeit mit Droog Design, durch die er das globale Bild von Dutch Design maßgeblich mitgeprägt hat. Bey ist bekannt für seine kritische, kontextbezogene Arbeit in den Bereichen Möbel-, Innenraum- und öffentliche Raumgestaltung. Seine ikonische Treetrunk Bench (1998) ist Teil der Sammlung des Vitra Design Museums. Im Jahr 2002 gründete er zusammen mit Rianne Makkink das Studio Makkink & Bey; darüber hinaus war er Direktor des Sandberg Institute.

Mit Blick auf die Anfänge von Droog Design erzählt Jurgen Bey von der Entwicklung einer Designbewegung und der gemeinsamen Zeit mit Hella Jongerius im Kontext von Droog.

Freier Eintritt. Anmeldung unter design-museum.reservix.de

Am Boden: Lesung mit Marc Lunghuß
TALK (DE)
Donnerstag, 28. Mai 2026
18:30 Uhr, Vitra Schaudepot


Im Rahmen der Ausstellung »Verner Panton. Form, Farbe, Raum« liest Marc Lunghuß aus seinem Debütroman »Am Boden«. Verner Panton prägte mit seinen Textildesigns, Teppichen und Teppichböden eine Ära. Bei Lunghuß werden Bodenbeläge zu literarischen Handlungsträgern, der Teppichboden zum Symbol für westdeutsche Wohnkultur und gesellschaftlichen Wandel: von seinem Siegeszug als Inbegriff der Gemütlichkeit in den 1970er und 1980er Jahren bis zu seinem Niedergang in den 1990ern, als das wiedervereinte Deutschland sich dem harten Parkett zuwandte. Im Zentrum des Romans steht ein niedersächsischer Handelsvertreter für Teppichböden, dessen Familiengeschichte dicht mit der Entwicklung der Bundesrepublik verwoben ist. Marc Lunghuß (Jahrgang 1974) studierte Germanistik und Philosophie in Heidelberg und Berlin. Als Theaterregisseur inszenierte er unter anderem in Stuttgart, Frankfurt am Main und Leipzig. Er veröffentlichte zahlreiche Erzählungen in Anthologien und Zeitschriften. »Am Boden« ist sein erster Roman und erschien im Herbst 2024 im Verlag Bärmeier & Nikel.

Im Anschluss an die Lesung diskutiert Education Curator Anastasia Chaguidouline in einem Podiumsgespräch mit dem Autor. Das Publikum ist herzlich eingeladen, Fragen zu stellen.

Freier Eintritt. Anmeldung unter design-museum.reservix.de

Camper: Designing a Company
TALK (EN)
Donnerstag, 9. Juli 2026
18:30 Uhr, Vitra Schaudepot


Im Rahmen der Ausstellung »Hella Jongerius: Whispering Things« laden wir zu einem Gespräch über den spanischen Kult-Schuhhersteller Camper und seine Unternehmensgeschichte sowie innovativen Designprozesse ein. Bereits 1975 gründete der aus einer Schuhmacherfamilie stammende Lorenzo Fluxa auf Mallorca sein Unternehmen, um der wachsenden Nachfrage nach einem neuen, frischen Stil in der Schuhmode zu begegnen. Daraus entwickelte sich eine eigenständige Marke, die Vielfalt und Kontraste verbindet und heute international Anerkennung findet. Für Camper bedeutet Design weit mehr als die Gestaltung einzelner Produkte, es prägt die Identität des gesamten Unternehmens.

Durch das Programm »Camper Together« entstehen seit vielen Jahren exklusive Kooperationen mit führenden DesignerInnen und KünstlerInnen, die nicht nur Produkte, sondern auch einzigartige Store-Konzepte entwickeln. Diese Partnerschaften sind zum Markenzeichen von Camper geworden und zeigen, wie kreative Zusammenarbeit Innovation vorantreibt. Eine dieser besonderen Kooperationen verband Camper 2009 mit Hella Jongerius, die als Art Director eine umfassende Farbpalette und ein System entwickelte, das auch auf andere Kollektionen angewendet werden kann.

In diesem Gespräch gewähren VertreterInnen von Camper einen Blick hinter die Kulissen ihrer Designprozesse und erzählen von der Unternehmensgeschichte, der Philosophie hinter »Camper Together« und den vielfältigen Kollaborationen mit DesignerInnen und KünstlerInnen.

Freier Eintritt. Anmeldung unter design-museum.reservix.de