Vitra Schaudepot Lab

Vitra Schaudepot Lab


Die Materialvielfalt im Möbeldesign ist schier unüberschaubar – sie reicht vom Sessel aus Pappmaché bis hin zu weltraumerprobten Materialien wie Carbonfaser oder Aramid. Zu den wichtigsten Materialgruppen zählen Holz, Metall und Kunststoffe, die in unterschiedlichsten Formen und Verbindungen zum Einsatz kommen. Das Vitra Schaudepot Lab im Untergeschoss des Vitra Schaudepots gibt einen Einblick in diese Vielfalt und in die Entwicklungsprozesse, die von der ersten Entwurfsidee bis zu einem fertigen Produkt führen. Oft beginnt diese Entwicklung im Atelier des Designers und basiert auf Zeichnungen, Modellen und Experimenten. Aber auch das jeweilige Produktionsverfahren – ob im industriellen oder handwerklichen Kontext – prägt die Form und die Details eines Objekts. In der umfangreichen Materialbibliothek können Besucher unterschiedlichste Werkstoffe erkunden und haptisch erfahren.

Foto: Bettina Matthiessen
Foto: Mark Niedermann

Sonderpräsentation »New Material Award 2018«

Sonderpräsentation »New Material Award 2018«


Vom 10. Mai bis 13. Oktober 2019 werden im Vitra Schaudepot Lab die Arbeiten der Finalisten des »New Material Award 2018« präsentiert.

Seit seiner ersten Auslobung 2009 hat der alle zwei Jahre verliehene »New Material Award« Designer und Künstler ausgezeichnet, die sich mit sozial und ökologisch nachhaltiger Materialentwicklung befassen. In den vergangenen zehn Jahren entwickelte sich der Preis zu einem wesentlichen Katalysator für innovative Designforschung. Der »New Material Award« bietet einer neuen Generation von Designern eine Plattform, die sich mit fundamentalen Fragestellungen zu industriellen Produktionsprozessen und natürlichem Wachstum, Abfallverwertung und Restmüll auseinandersetzen – zunehmend auch in Zusammenarbeit mit Wissenschaftlern.

Die kontroversen Fragen sollen zu einer Diskussion über die Werte unserer Industriegesellschaft und die Mechanismen der Umweltpolitik anregen. Auf der Grundlage kritischer Recherchen entwickeln die nominierten Projekte inspirierende Gegenentwürfe. Mit ihren spekulativen Arbeiten veranschaulichen die Designer eine alternative, optimistische Sichtweise auf natürliche Ressourcen und die Materialien der Zukunft.

Innovative Materialentwicklung ist weit mehr als nur die Erfindung eines neuen Materials. Sie beinhaltet die Analyse von Rohmaterialien, Techniken oder Abfallprodukten, die derzeit als ungeeignet für industrielle Produktionsprozesse angesehen werden. Dies führt zu einer Neubewertung von Materialien, die frei von Vorurteilen deren Möglichkeiten erkundet – sei es eine kontroverse Substanz wie Tierblut, der seit Jahrhunderten verwendete Bambus, die Haare, die wir beim Friseur lassen oder Glasabfall, der sich laut der etablierten Industrie nicht mehr weiter verwenden lässt.

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Daria Biryukova, Forz(R)Glaze, 2018, Foto: Jeroen van der Wielen
Shahar Livne, Lithoplast, 2018, Foto: Alan Boom